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Die Pfarrkirche St. Lambertus
Die Pfarrei St. Lambertus Hoetmar ist vermutlich eine eigenkirchliche Gründung des Grafen von
Rietberg um 1237/1250. Nachweisbar ist sie seit 1281.
Der älteste Teil der Kirche ist der untere Turmbau. Die romanischen Bauformen lassen auf eine
Entstehungszeit um 1200 schließen. Zu diesem Turm gehörte eine kleine Kirche oder Kapelle
- wie aus der alten Dachlinie am Turm zu entnehmen ist - die dem jetzigen Bau weichen mußte.
Das Langhaus entstand 1510-1513 (Hallenkirche / Spätgotik). Man findet eine Inschrift am Nordwestportal
und die Jahreszahl am westlichen Schlußstein. Das Langhaus ist ein ansehnlicher einschiffiger
Gewölbebau in Bruchstein. Es hat vier weitgespannte Rippengewölbe auf Laubwerkkonsolen und
dreiteilige Fenster mit Fischblasenmaßwerk.
Das Wappen der Freckenhorster Äbtissin Maria von Tecklenburg (1473-1527) befindet sich an den
östlichen Strebepfeilern in zwei Schlußsteinen. Am Nordostportal (zugemauert) findet man die
Wappen von der Hegge und von Wenge.
Über der Nordwesttür hängt der Abguss einer (unterlebensgroßen) steinernen
Kreuzigungsgruppe, deren Original sich jetzt im Erdgeschoss des Turmes befindet. Die Kreuzigungsgruppe
besteht aus zwei altgotischen Assistenzfiguren (Maria; Johannes) aus dem beginnenden 16. Jhd. und dem
neugotischen Kruzifix aus dem 19. Jhd.
An der Nordostecke der Kirche befindet sich eine kleine polygonale Sakristei, die 1727 erbaut wurde und
heute als Sakramentskapelle dient. Sie wurde 1936 durch eine neue Sakristei an der Südostseite
ersetzt, die 1988 erweitert wurde.
Der Turm der Pfarrkirche, der ursprünglich ein Satteldach besaß, wurde 1898 aufgestockt.
Er beherbergt die drei Glocken, deren größte und älteste aus dem Jahre 1482 stammt
und der Jungfrau Maria geweiht ist.
Zur Ausstattung der Kirche
Hochaltar:
13 figurenreiche Reliefs - Bilder aus der Heilsgeschichte. In dem Hochaltar sich Reste eines spätgotischen
Schnitzaltares aus der Zeit um 1470/1480 enthalten. Wahrscheinlich von einem westfälischen Meister
geschaffen.
Taufstein:
Baumberger Sandstein. Am Boden des Beckens ein Gesims, und daran hängend ein Kranz von Blättern
und Weinranken. Am Ständer architektonische Blenden; am Becken die Inschrift: Anno Domini MDXVIII
Jhs, Maria, Johannes".
Marienstatue:
Holz gefasst, 18. Jhd. (Kleidung 20. Jhd.). Madonna mit Krone (Silber, vergoldet mit Halbedelsteinen,
Anf. 19. Jhd.) und Zepter (Silber, um 1700), Jesuskind mit Weltkugel und Krone (Silber, um 1700) in einem
Brokatgewand, an dem Kreuze als Votivgaben hängen.
Holzrelief Krönung Mariens:
Eiche, wahrscheinlich aus dem Jahre 1662. Das Relief ist als Rundbogenfeld angelegt, mit Knorpelwerk
und kleinen Puttiköpfen rechts und links.
Büste des Pfarrpatrons St. Lambertus:
(rechts neben dem Hochaltar) Holz gefasst, um 1700
Maria Immaculata:
(rechte Chorseite, zugemauertes Fenster) Eichenholz, um 1750; Höhe ca. 230 cm. Maria steht auf der
Weltkugel, der Schlange den Kopf zertretend.
Quellen: R. Schulze, Bau- und Kunstdenkmäler Kreis Warendorf, Münster 1936, S. 185 ff.
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