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Die Stellmacherei
Es handelt sich um ein lang gestrecktes eingeschossiges Fachwerkgebäude mit Satteldach. Die
einzelnen Gefache sind mit Ziegelsteinen ausgemauert. Der Zugang zur Schreinerei erfolgt von der
nördlichen Giebelseite. Die westliche straßenseitige Traufenfront weist einige Fenster und ein
zweiflügeliges Durchfahrtstor aus Holz auf. Im nördlichen Bereich des Gebäudes befinden sich zwei
Werkstatträume, die den größten Teil des Gebäudes in Anspruch nehmen. Daran schließt sich eine
Tordurchfahrt an, die u.a. als Lagerfläche genutzt wurde. An die östliche Traufenfront ist
rechtwinkelig ein in Ziegelstein massiv ausgeführter eingeschossiger Ergänzungsbau mit einem
Satteldach als Lagerfläche angefügt worden, der ab 1945 vorübergehend für Wohnzwecke genutzt worden
ist.
Im Innenbereich zwischen Stellmacherei und Anbau befindet sich ein Außengatter. Die Bauzeit konnte
noch nicht genau datiert werden. Hier wird aufgrund der bisherigen Kenntnisse die Zeit um 1900
angenommen.
Die Stellmacherei wurde in zwei Generationen von der Familie Lechteneuer bis ca. 1955 betrieben. Die
2. Generation der Famile Lechteneuer hat den Betrieb um 1920 übernommen. Es existiert ein Meisterbrief
von 1923. Nach der Aufgabe des Stellmachergewerbes ca. 1955 ist die Stellmacherei für kleinere
Arbeiten und als Lagerraum genutzt worden. Der als Lagerraum erstellte massive Anbau wurde 1945
nach dem Brand des Wohnhauses der Familie Lechteneuer provisorisch für Wohnzwecke für die Familie
Lechteneuer umgebaut.
Nach Errichtung des neuen Wohnhauses wurde die Wohnnutzung dieses Anbaues durch die Familie
Lechteneuer 1949 aufgegeben. Der Anbau hat dann vorübergehend für Wohnzwecke durch Vermietung zur
Verfügung gestanden. Der Spülstein in dem Küchenbereich stammt aus dem abgebrannten Wohnhaus der
Familie Lechteneuer.
In der Zeit bis 1945 wurde der Lagerraum vorübergehend von Herrn Caspar Lanwehr als Schmiede, in der
Pferde beschlagen worden sind, genutzt. Die noch heute sichtbare Werkstattgestaltung mit ihren
Maschinen und Außengatter sowie die Antriebstechnik durch Transmissionsräder, die mittels eines
Elektromotores angetrieben worden sind, stammt aus der Zeit um 1930 und ist ein Beleg für das
Arbeitsumfeld im holzverarbeitenden Gewerbe mit der Zeitstellung von 1930 bis 1966.
Es ist eine Besonderheit, dass diese Stellmacherei mit ihrer fast vollständigen Ausstattung bis in die
heutige Zeit so erhalten geblieben ist. Erst diese Vollständigkeit zeichnet den hohen
denkmalpflegerischen Stellenwert dieses Objektes aus.
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